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Verborgene Horizonte - Böden am Albtrauf

Boden - die oberste Schicht der festen Erdkruste ist eine zentrale Grundlage des Lebens. Das flüssige Wasser, die gasförmige Luft und das feste Gestein treffen sich in dieser dünnen Haut der Erde. Unzählige Pflanzen- und Tierarten finden hier ihren Lebensraum - letztlich ist der Boden auch unsere Lebensgrundlage. Meist liegt er jedoch unbeachtet unter unseren Füßen.

Einblicke in diese unbekannte Unterwelt bietet der Bodenlehrpfad Beuren an sieben offenen Profilgruben. Die Entdeckungsreise beginnt am Parkplatz des Freilichtmuseums Beuren (Landkreis Esslingen). Bodo, der Regenwurm, begleitet Sie als fachkundiger Bodenexperte. Er führt Sie durch die Landschaft der Voralb, über uralte Meeresablagerungen bis zu den Spuren tertiärer Vulkane. Auf kurzem Weg lernen Sie Böden kennen, die sehr sandig oder stark tonig, sehr nass oder ganz trocken sind.

Und jetzt geht's los - Bodo erwartet Sie schon im Boden!

Ausgangspunkt ist der Parkplatz des Freilichtmuseums. Der Pfad mit 10 Stationen ist 4 km lang. Von April bis Oktober sind die Profilgruben zugänglich, von November bis März sind sie geschlossen. Bodenlehrpfad Beuren:

  • Station 1
    Der Lehrpfad beginnt am Parkplatz des Freilichtmuseums...
  • Station 2
    Basalttuff - Sandgrube - Die durch Abbau entstandenen Rohböden beherbergen wertvolle Tier- und Pflanzenarten
  • Station 3
    Braunerde - Pararendzina aus Basalttuff - Der tiefreichende Horizont weist auf frühere Ackernutzung hin. Das vulkanische Bodenmaterial ist sehr sandig.
  • Station 4
    Humose Pararendzina aus Weißjura - Hangschutt - Im Oberboden herrscht ein reges Bodenleben. Durch den ständigen Nachschub von Hangschutt ist die Bodenbildung nicht sehr tiefreichend.
  • Station 5
    Kalkhaltiger Braunerde - Pelosol aus Tonen des Oberen Braunjura - Der mächtige Humushorizont weist auf eine frühere Acker- oder Gartennutzung hin.
  • Station 6
    Kalkhaltiger Braunerde - Pelosol aus Weißjuraton melgeln - Am sonnenbeschienen Süd-Westhang des Spitzberges zeigt dieser Tonboden tiefe Trockenrisse.
  • Station 7
    Gley aus Braunjuramergeln - Aufgrund einer stauenden Schicht im Untergrund steht hier ganzjährig Grundwasser hoch an.
  • Station 8
    Buckelwiese am Egelberg - Die Hanglage und der tonige Untergrund bewirken das unregelmäßige Abrutschen der Bodendecke bei Wasserzutritt. Zusätzlich hebt und senkt sich die Oberfläche bei wechselndem Bodenwassergehalt durch Quellung und Schrumpfung - ein Boden in Bewegung!
  • Station 9
    Toniger Pseudogley aus Braunjuratonmergeln - Ein nur wenig wasserdurchlässiger Unterboden verursacht stark wechselnde Wasserverhältnisse.
  • Station 10
    Pararendzina - Braunerde aus Weißjura - Hangschutt - Aus den Schuttmassen der Schwäbischen Alb entwickelt sich ein sehr steiniger udn kalkreicher Boden. Gestein verwittert und allmählich entsteht Boden. Bodo stellt Ihnen Böden aus unterschiedlichen Ausgangsgesteinen vor. Rund um Beuren bestehen die Gesteine aus Meeresablagerungen der Jura-Zeit (vor ca. 170 Mio. Jahren). Im Bereich des Spitzberges und Engelberges stehen die dunklen Tonmergel des Oberen Braunjura an. Am Fuß der Schwäbischen Alb finden sich die hellen Kalkmergel des Unteren Weißjura. Häufig sind diese aber von Kalkstein-Hangschutt des Oberen Weißjura überdeckt. Engelberg SandgrubeAbb. nach G. Wagner (1961), verändert

Im Bereich der Sandgrube findet sich eine Besonderheit - vulkanischer Basalttuff in einem Schlot des ‚Schwäbischen Vulkans'. Vor ca. 18 Mio. Jahren brach dieser Vulkan im Gebiet zwischen Bad Urach und Kirchheim aus. In über 300 unterschiedlich großen Schloten stiegen Gas und vulkanisches Material an die Oberfläche.

Kleine Bodenkunde

  • Horizont
    Durch Bodenbildung entstandene Schicht mit ähnlicher Merkmalsausprägung wie z.B. Farbe, Bodenart oder Kalkgehalt.
  • Bodenprofil
    Die Abfolge der einzelnen Horizonte von der Bodenoberfläche bis zum Gestein.
  • Bodenart
    Korngrößenzusammensetzung des Bodens - Anteile von Sand, Schluff und Ton. Fühlen Sie selbst das feuchte Bodenmaterial: Sand klebt nicht, Schluff hält zusammen, Ton klebt stark.
  • Humus
    Die abgestorbenen, teils zersetzten organischen Bestandteile des Bodens.
  • L-Horizont
    Dem Mineralboden aufliegende Pflanzenreste (Streu).
  • A-Horizont
    Meist humushaltiger Oberboden - Mineralboden vermischt mit zersetztem organischen Material.
  • B-Horizont
    Durch physikalische und chemische Verwitterung entstandener mineralischer Unterboden.
  • C-Horizont
    Das nicht oder nur wenig verwitterte Gestein - der Untergrund.
  • Physikalische Verwitterung
    Zerkleinerung des Gesteins, insbesondere durch Frost, Hitze und Wurzeldruck.
  • Chemische Verwitterung
    Auflösung von Gesteinsmineralien durch Reaktion mit Regenwasser und Luftsauerstoff und anschließender Aufbau von neuen Mineralien - dies nennt man Verbraunung und Verlehmung.
  • Gefüge
    Räumliche Anordnung der festen Bodenbestandteile z.B. Krümel, Polyeder oder Prismen.

Gestein verwittert und allmählich entsteht Boden. Bodo stellt Ihnen Böden aus unterschiedlichen Ausgangsgesteinen vor. Rund um Beuren bestehen die Gesteine aus Meeresablagerungen der Jura-Zeit (vor ca. 170 Mio. Jahren). Im Bereich des Spitzberges und Engelberges stehen die dunklen Tonmergel des Oberen Braunjura an. Am Fuß der Schwäbischen Alb finden sich die hellen Kalkmergel des Unteren Weißjura. Häufig sind diese aber von Kalkstein-Hangschutt des Oberen Weißjura überdeckt. Im Bereich der Sandgrube findet sich eine Besonderheit - vulkanischer Basalttuff in einem Schlot des "Schwäbischen Vulkans". Vor ca. 18 Mio. Jahren brach dieser Vulkan im Gebiet zwischen Bad Urach und Kirchheim aus. In über 300 unterschiedlich großen Schloten stiegen Gas und vulkanisches Material an die Oberfläche.

Kein Boden ohne Wasser und Luft
Wasser und Luft bewirken nicht nur die Verwitterung von Gestein zu Boden, sondern prägen auch wesentlich die Eigenschaften der Böden. So sorgt das Zusammenspiel von Klima, Lage in der Landschaft und Wasserhaltefähigkeit für wechselnde Feuchtigkeitsverhältnisse. Bodo führt Sie von trockenen Standorten am sonnigen Süd-West-Hang des Spitzberges über wechselfeuchte Böden bis zum ganzjährig wasserführenden Grundwasserboden in einem kleinen Tal.

Nützlicher Boden
So vielfältig Böden sind, so vielfältig ist auch die auf ihnen gedeihende Pflanzendecke. In der Kulturlandschaft werden Böden seit jeher land- und forstwirtschaftlich genutzt. Die Verteilung von Wald-, Acker- und Wiesennutzung wird insbesondere von den Bodeneigenschaften bestimmt. Aber auch die jeweilige wirtschaftliche Situation entscheidet über die Nutzung von Böden - die Landschaft ist im Wandel, die Böden sind ihr Gedächtnis. Bodo zeigt Ihnen typische Böden unter Wald und Grünland, aber auch solche, die Spuren einer früheren Ackernutzung aufweisen.

Bodenfunktionen
Neben der Nutzung durch Land- und Forstwirtschaft erfüllen Böden noch andere wichtige Aufgaben im Naturhaushalt. Als große Wasserspeicher übernehmen Böden eine zentrale Rolle beim Hochwasserschutz und bei der Grundwasserneubildung. Boden sind Schadstoffilter - mit ihren Bestandteilen Humus, Kalk und Ton schützen Sie das Grundwasser vor Verunreinigung. In ungestörten Böden sorgen zahllose Bodenlebeweisen für eine hohe Selbstreinigungskraft.

Bodenschutz
Die Leistungsfähigkeit hat jedoch auch ihre Grenzen. Übermäßige Schadstoffeinträge, Verdichtung und Erosion können das empfindliche System Boden dauerhaft schädigen. Der hohe Flächenverbrauch durch Siedlung und Verkehr vernichtet täglich wertvollste Böden unwiederbringlich. Nur ein nachhaltiger und schonender Umgang mit Böden sicher langfristig unsere Zukunft. Bodo und seine Freunde hoffen, dass der Bodenlehrpfad Ihr Interesse geweckt und Ihnen "neue Horizonte" eröffnet hat.

Auf bald!

Weitere Informationen

Eine Broschüre über den Lehrpfad ist an der Kasse des Freilichtmuseums, im Bürgerbüro des Rathauses und in der Panorama Therme erhältlich. Weitere Informationen finden Sie auch auf der Homepage des Bodenlehrpfades Beuren unter www.bodenlehrpfad-beuren.de. Der Flyer steht Ihnen als pdf-Datei zum Herunterladen zur Verfügung. Führungen werden regelmäßig angeboten. Gruppenführungen können individuell vereinbart werden.

Kontaktdaten:

Landratsamt Esslingen
Amt für Wasserwirtschaft und Bodenschutz
Pulverwiesen 11
73726 Esslingen
0711 3902-2489
wasserwirtschaft(@)landkreis-esslingen.de

Auf der Homepage des Bundesverband Boden unter www.bvboden.de finden Sie zahlreiche Infos rund ums Thema Boden.

Verkehrsanbindung
Von Neuffen mit der Buslinie 172 bis Beuren. Von der Autobahn A8 Ausfahrt Kirchheim-Ost über Owen nach Beuren.

Führungen

Führungen werden regelmäßig angeboten. Gruppenführungen können individuell vereinbart werden.

Kontakt

Landratsamt Esslingen
Amt für Wasserwirtschaft und Bodenschutz
Pulverwiesen 11
73726 Esslingen
0711 3902-2489
wasserwirtschaft(@)landkreis-esslingen.de